Konfigurierung des POP3-Downloader
E-Mails empfangen: POP3 oder SMTP?
Sie sollten das SMTP-Protokoll einsetzen, da es die optimale Methode für den Empfang von E-Mails darstellt. Wenn Sie eine Standleitung oder einen Dial-on-Demand-Router einsetzen, sollten Sie SMTP verwenden. POP3 wurde nur für den Abruf von elektronischer Post über E-Mail-Clients und nicht über Mail-Server entwickelt.
In Einzelfällen kann es jedoch möglich sein, dass für den Mail-Download nur das POP3-Protokoll zur Verfügung steht.
E-Mails über POP3 abrufen
Das Post Office Protocol (POP3, RFC 1225) ist ein Client/Server-Protokoll zum Speichern von E-Mail und ermöglicht es Clients, jederzeit eine Verbindung zum POP3-Server aufzubauen und E-Mails abzurufen. Der Mail-Client baut hierbei eine TCP/IP-Verbindung mit dem Server auf, und durch den Austausch mehrerer Befehle können E-Mails dann gelesen werden. POP3 wird von allen Internet Service Providern unterstützt.
Vorteile des E-Mail-Abrufs über POP3
- Einfache Handhabung
- Wird von allen ISPs unterstützt
- Feste IP-Adressen sind nicht erforderlich.
Nachteile des E-Mail-Abrufs über POP3
- Bcc-Nachrichten werden innerhalb Ihres Unternehmens nicht weitergeleitet.
- Wird jedem Anwender eine POP3-Mailbox zur Verfügung gestellt, muss diese zwei Mal eingerichtet werden - beim ISP und auf dem Exchange Server.
- Wenn Sie eine POP3-Mailbox für mehrere Benutzer einsetzen, werden von Listen-Servern verschickte Nachrichten nicht immer ordnungsgemäß weitergeleitet. Wird die „for"-Klausel vom Mail-Server Ihres ISP nicht unterstützt, werden die Mitteilungen einiger Mailing-Listen nicht weitergeleitet. Dies liegt daran, dass beim Versand von E-Mails über SMTP der tatsächliche Empfänger vom Absender über den "RCPT"-Befehl bestimmt wird. Diese Information ist Teil des „Umschlags" ("envelope") (da sie außerhalb der eigentlichen Nachricht zu finden ist) und daher teilweise nicht im Header der eigentlichen E-Mail enthalten. Bei einem einzelnen Empfänger stellt dies kein Problem dar. Wenn Sie eine E-Mail in Ihrem Postfach finden, wissen Sie, dass diese nur für Sie bestimmt ist. Wenn jedoch der gesamte, an eine bestimmte Domäne gerichtete E-Mail-Verkehr an ein- und dasselbe Postfach geleitet wird, könnte es sehr schwierig sein, den eigentlichen Empfänger der E-Mail genau zu bestimmen. Dies trifft vor allem auf Nachrichten zu, die über Mailing-Listen oder das Bcc-Feld verschickt werden. Es gibt für dieses Problem jedoch eine Lösung: in der "Received:"-Zeile. Laut Seite 32 der RFC 821 sollte die Received-Zeile wie folgt aussehen:
- Received: from sender.com by yourisp.com for you@yourdomain.com
- Die „for"-Zeile stammt direkt von der Information auf dem Umschlag. Selbst wenn die Zeilen „An:" und „Cc:" die Adresse „you@yourdomain.com„ also nicht enthalten sollten, findet sich an dieser Stelle der tatsächliche Empfänger. Daher muss jede POP-zu-Exchange-Lösung (zumindest) in der Lage sein, die Received-Zeilen im Header zu verarbeiten, um die E-Mail an den richtigen lokalen Empfänger weiterleiten zu können.
HINWEIS: Dieses Problem lässt sich jedoch ganz einfach vermeiden, indem für Mailing-Listen dedizierte POP3-Postfächer eingerichtet werden. Diese Listen können dann an eine öffentliche Mailbox umgeleitet werden, sodass andere Anwender ebenfalls von ihnen profitieren können.
E-Mails über SMTP abrufen
Das Simple Mail Transport Protocol (SMTP(RFC821)) ist ein Protokoll zur Übertragung von E-Mails zwischen einzelnen Servern im Internet. Ein Mail-Client stellt eine TCP-Verbindung zum SMTP-Server eines ISPs her und übermittelt dann die E-Mail (inklusive Headern) sowie Anweisungen, für wen die Nachricht gedacht ist. Der SMTP-Server verschickt dann die Nachricht (sofern der endgültige Empfänger bekannt ist) oder gibt sie an einen anderen SMTP-Server weiter. SMTP funktioniert dann am besten, wenn sämtliche Server dauerhaft miteinander vernetzt sind. Ist der Empfangs-Server nicht erreichbar, muss der sendende Server die Nachricht in eine Warteschlange stellen und versuchen, sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zu übermitteln. Schlägt dieser Versuch jedoch mehrmals fehl, wird der Server schließlich aufgeben und die Nachricht an den Absender zurückschicken. Bei DFÜ-Verbindungen kann es sein, dass der Empfänger die meiste Zeit nicht erreichbar ist.
Vorteil des E-Mail-Abrufs über SMTP
- Kein Client-, sondern Server-Protokoll
- Ermöglicht das Einrichten einer unbegrenzten Anzahl von E-Mail-Adressen auf Ihrem Mail-Server, ohne ein Problem mit Alias-Angaben zu haben etc.
Nachteile des Mail-Abrufs über SMTP